Blankenheim - Waldorf
Der Ortsteil liegt auf der fruchtbaren Hochebene zwischen Blankenheim und
Jünkerath. Ein Hochmoor in der Nähe hat eine interessante Flora.
Waldorf gehörte territorial und kirchlich zu Alendorf und teilt von daher
dessen Geschichte; auch schon 1253, als das Patronat Alendorf zur Abtei Malmedy
gehörte.
1157 hieß der Ort Valendorf. Dieser Siedlungsname bezeugt, dass es sich hier
um die Niederlassung der Valen oder Walen handelte. Die Bezeichnung Walen weißt
das Dorf als frühere Wohnstätte von Kelte- Romanen aus, die in den von
germanischen Stämmen von Römern entrissenen Gebieten zurückgeblieben waren. Die
Germanen nannten dieses keltisch- römische Mischvolk Wälsche (Fremde). Waldorf
bedeutet demnach "Dorf der Walen".
Im 17. Jahrhundert bestand Waldorf aus zwei getrennten Ortschaften, heute
kennt man noch die Bezeichnung "Önneschdörf" (Unterdorf) und "Öuweschdörf"
(Oberdorf). 1625 ließ Richard Hanen am Ortseingang von Unter- Waldorf ein aus
rotem Sandstein bestehendes Wegkreuz errichten, das heute am Ahrmühlenweg steht.
Das Kreuz zeigt den gekreuzigten Jesus, seine Mutter Maria, seinen Jünger
Johannes und Maria Magdalene.
Im Jahre 1892 zählte man in Waldorf 185 Einwohner. Heute im Jahr 2002
befinden sich in 84 Haushalten 283 Einwohner.

Sehehnswürdigkeiten:
Waldorf die St.Dionysius Kapelle (15. Jh.)
Die Ursprünge der St. Dionysius- Kapelle gehen in das 15. Jahrhundert zurück,
drei farbig gefasste Barockaltäre stammen aus dem 17. Jahrhundert. 1893 wird die
Kapelle in Waldorf "in Stein gebaut und mit Schiefer gedeckt" beschrieben. Im
Jahre 1494 stiftete Graf Dietrich III. zu Blankenheim, Herr zu Manderscheid und
Schleiden, der Waldorfer Kapelle einen Ofen. Diese Jahreszahl ist das bisher
älteste Dokument für das Bestehen der Kirchen in Waldorf.
Ein Kirchenbuch von 1769 berichtet.
Der Pastor von Alendorf muss in Waldorf die Beerdigungen halten
und die Beerdigungsmessen mit Exequien, Taufen und Trauungen fanden in der
Pfarrkirche zu Alendorf statt.
Seit dem 1. Januar 1915 wird in Waldorf wenigsten zweimal wöchentlich das hl.
Messopfer gefeiert und deshalb darf auch die hl. Eucharistie in der Kapelle
aufbewahrt werden. Ab Dezember 1951 haben die Waldorfer auch an Sonn- und
Feiertagen ihre eigene Messfeier. Die Bestrebungen einen eigenen Geistlichen zu
erhalten, wurde bereits im Jahre 1919/20 vom Erzbischöflichen Generalvikariat in
Aachen abgelehnt.
1970/71 wurde die Kapelle um 2/3 des bisherigen Umfanges erweitert. An der
Nord- und Südseite wurden zwei Seitenschiffe angebaut. Dadurch wurde die Kapelle
um acht Meter breiter. Die Baukosten betrugen ca. 160.000,- DM. Davon spendeten
die Einwohner 35.000.- DM, das Bistum Aachen stellt 110.000.- DM zur Verfügung,
und die Denkmalpflege beteiligte sich mit 15.000.- DM an dem Umbau. In der von
Pfarrer Johannes Bertram, aus Anlass der 700. Jahrfeier, geschriebene
Pfarrgeschichte liest man: "Und- das sage ich in dieser Pfarrgeschichte ganz
bewusst für spätere Generationen auch- was die Waldorfer für ihre Kapelle jetzt
bei der Erweiterung an Opfergesinnung und Opfer aufgebracht haben, macht ihnen
so leicht niemand nach".
Am 24. Oktober 1971 feierte man zum ersten Mal heilige Messe in der
erweiterten Kapelle.
1987 wurde in der Glockengießerei Mark in Brockscheid im Beisein der
Feuerwehr Löschgruppe Waldorf eine neue Glocke für die Waldorfer Kirche
gegossen. Sie ist auf den Ton "es" gestimmt und kostete mit der Renovierung der
vorhandenen Glocke und einen neuen elektr. Läutewerk mehr als 20.000.- DM. Die
Kosten wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Waldorf, von der Kirchengemeinde
und weiteren Spender aufgebracht. Bereits am 10. Mai fuhr man die Glocke im
feierlichen Zug durch das Dorf und weihte sie auf den alten Schulhof. Die Paten
der Glocke waren die ältesten Männer des Ortes, Michael Vogelsberg und Heinrich
Schneider (Helliesch). Die von der Fw.- Feuerwehr gestiftete Glocke trägt die
Inschrift:
Maria Königin des Friedens, bitte für uns".
Der Klang der neuen Glocke gesellte sich zum Klang der vorhandenen Glocke in
"ges" aus dem 19 Jahrhundert, die dem Kapellenpatron Dionysius, der hl. Barbara
und dem hl. Ägidius geweiht ist. Seit 1987 hängen im Turm der Kapelle wieder
zwei Glocken, eine war während des Ersten Weltkrieges beschlagnahmt und zum
sogenannten nach Kall gebracht worden.
v. H.-P. Schiffer
Im Frühjahr des Jahres 1992 erhielt die Kapelle 14 neue Kreuzwegstationen.
Die Bildnisse aus Eichenholz und in der Ausführung "Hochrelief", wurden von dem
Bildhauer Josef Janssen, aus Aachen angefertigt.
weitere Infos:
www.buergerverein-waldorf.de

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