404 Jahre Karneval in Blankenheim

Zur geschichtlichen Entwicklung
 

Home
Vorstellung
Chronik
Karnevalsverein
Karnevalsbrauchtum
Geisterzug
Pressearchiv
Termine
Kirmes
Mundart
Karnevalsmuseum
Prinzen der Neuzeit
Orden
Spassiges

 

Chronik des Blankenheimer Karnevals

Chronik des Blankenheimer Karnevals

Woher der Name "Karneval" stammt, ist bis heute nicht mehr genau zu bestimmen. Eine der vielen Erklärungen sagt, er komme aus dem lateinischen: "carrus navalis" = Schiffskarren, ein Schiff zu Wasser und zu Land umzufahren. Wenn im römischen Köln der Rhein im Frühjahr wieder schiffbar wurde, soll hier ein Freudenfest gefeiert worden sein, das mit in die späteren Karnevalstraditionen einfloß.

Über Karneval im Allgemeinen und den in Blankenheim im Besonderen, ist in der Vergangenheit sehr viel geschrieben und veröffentlicht worden. Deshalb beansprucht die Ihnen vorliegende Chronik für sich auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sie möchte Ihnen in einem kurzen Überblick den Blankenheimer Karneval, seine Geschichte und seine Traditionsfiguren näherbringen und erklären.

Im Übrigen sollte nicht unerwähnt bleiben, daß im Blankenheimer Sprachgebrauch das Wort Karneval nur im Hochdeutschen benutzt wird, in der Blankenheimer Mundart heißt es "Fassnaach".

Und schließlich zum Schluß stellen wir Ihnen noch unser Karnevalsmuseum im St.-Georg-Tor vor.

Zur geschichtlichen Entwicklung

Seit Urzeiten wird in Blankenheim Karneval gefeiert, seit wann genau, ist heute nicht mehr feststellbar.

Johannes Becker, ehemals Pfarrer im Dekanat Blankenheim schreibt:

"Als eigentlicher Rest der guten, alten Zeit hat sich in Blankenheim die Sitte erhalten, Fastnacht in besonders feierlicher Weise zu halten:

Samstags zieht ein "Geisterzug", Sonntags eine "Kappenfahrt", und Montags "der große Zug", mit den "Gecken-Berndchen" an der Spitze durch die Straßen des Fleckens, gerade wie in Köln, nur nicht ganz so - großartig. Da es im Allgemeinen in Ehr und Zucht hergeht, so dürfen die "Narren" es auch wagen, bis an das Pfarrhaus zu kommen, und sich "dem Herrn" zu zeigen, der übrigens an dem folgenden Aschermittwoch schon Gelegenheit findet, das in jenen drei Tagen fast bis zum letzten Einwohner toll gewordene Blankenheim wieder zur Räson zu bringen".

Heutzutage beginnt die närrische Zeit mit dem "Schelleböumche" am Sonntag vor Karneval.schellebaum1.gif (5217 Byte)

Es folgt der Weiberdonnerstag, an dem hauptsächlich die Frauen das Regiment führen.

 

Der Junggesellenverein

Junggesellenverein in Blankenheim

Träger und Bewahrer des uralten Blankenheimer Karnevalsbrauchtums durch die Jahrhunderte ist der Junggesellenverein Blankenheim gewesen, aus dem sich zur Karnevalszeit der Karnevalsverein Blankenheim bildete. Dieser war ausschließlich für die Ausrichtung des Karnevals zuständig und löste sich nach Aschermittwoch wieder auf. Da die Jugendlichen des Vereins, die unter 18-jährigen, nicht an allen Veranstaltungen teilnehmen durften, bildete sich die "Gesellschaft Naß Föß", aus der dann auch meistens die "Jecken Böhnchen" kamen. Sie bauen zum Rosenmontag meist einen eigenen Wagen und halten eigene Geselligkeiten ab.

Der Geisterzug

Höhepunkt des Blankenheimer Karnevals ist der über 400 Jahre alte Geisterzug am Karnevalssamstag, an dem in früherer Zeit ausschließlich Männer teilnehmen durften. Heute gefällt es natürlich auch dem weiblichen Geschlecht, sich mit Geistern, Hexen und dem mit einem Dreizack bewehrten "Teufel" am Umzug zu beteiligen.

Blankenheimer Traditionsfiguren

Der Geisterzug endet in der Weiherhalle wo anschließend der Geisterball stattfindet.

Der Geisterzug

Es folgt der Sonntag, mit der feierlichen Schlüsselübergabe und Proklamation an der Ahrquelle. Unter Beteiligung der Kaisergarde Blankenheim und des Bürgermeisters wird das Regierungsprogramm des Prinzen verkündet. Seit etwa 30 Jahren werden an diesem Tage Blankenheimer Neubürger mit Ahrwasser getauft.

Bis 1956 wurde die Proklamation von 2 Männern, mit Trommel, Tröt (Trompete) und Handwagen ausgestattet, lauthals in den Straßen Blankenheims ausgerufen. Aus der bis Ende der 70er Jahre "an der Pomp" stattgefundenen Schlüsselübergabe hat sich inzwischen die Proklamation des Prinzen Karneval an Blankenheims schönsten Winkel, der Ahrquelle, entwickelt.

Die Ahrquellentaufe in Blankenheim

Noch bis vor 3 Jahrzehnten erfreute sich die am Sonntag Nachmittag stattfindende Kappenfahrt einer guten Beteiligung. Auch die Umwandlung der Kappenfahrt zum Kinderzug konnte die Beteiligung leider nur kurzfristig steigern.

Früher fand am Karnevalssonntagnachmittag im "Hotel zur Post" eine Theateraufführung für Kinder statt. Heute wird diese Tradition durch den am Samstag vor Karneval stattfindende Kindersitzung in der immer überfüllten Weiherhalle fortgesetzt.

Am Karnevalssonntagabend findet die große Prunksitzung in der Weiherhalle statt. Bis zum Beginn der 50er Jahre wurden noch Theaterstücke aufgeführt, meistens bei "Stippe Kätt" (gemeint ist die ehemalige Wirtin des "Hotel zur Post" - heute Museum -, Katharina Stendebach), die bei solchart Veranstaltungen den im Obergeschoß gelegenen Saal vom Erdgeschoss aus "stippe" (stützen) musste. 

Am Karnevalssonntag ist es bereits gute Tradition geworden, dass Prinzenpaar, Gefolge und Elferrat an dem karnevalistisch gestalteten Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche teilnehmen. Früher war es selbstverständliche Pflicht aller Junggesellen an dieser "Junggesellenmesse" teilzunehmen.

Früher begann der Rosenmontag beginnt mit Besuchen von Prinzenpaar und Gefolge in den Schulen Blankenheims. Heute finden diese Besuche am Weiberdonnerstag statt.. Am frühen Nachmittag startete der Rosenmontagszug. Bis vor dem zweiten Weltkrieg wurden die Wagen jeweils unter einem besonderen Motto, meistens Begebenheiten vom vergangenen Jahr, im Zug vorgestellt. Zu diesem Motto wurden von der hier ansässigen Druckerei Kirstgen Handzettel mit entsprechenden, oft den Charakter von Volksjustiz habenden Texten gedruckt.

Rosenmontagszug in Blankenheim

Die einzelnen Wagen wurden an der früheren Molkerei, der "Pomp", und am "Nepomuk" von der Begleitmusik des Zuges "abgespielt" und anschließend löste sich der Zug am "Hotel zur Post" auf. Geschlossen kehrten alle Zugteilnehmer dort ein und es wurde getanzt und gefeiert. Heute klingt der Rosenmontag mit einem großen Maskenball in der Weiherhalle aus.

Rosenmontagszug 1929 in Blankenheim

Am Dienstag zieht der Dienstagszug durch den Flecken (Burgort). Er zeichnet sich durch besonders originelle Fußgruppen aus, mit denen nochmals Blankenheimer Ereignisse des vergangenen Jahres karikiert und "op de Schöpp" (auf die Schippe) genommen wurden. Der Dienstagabend hat sich inzwischen zum Abend der Blankenheimer Masken in der Weiherhalle entwickelt. Nach der Demaskierung wird bis in den Aschermittwochmorgen hineingetanzt. Aber einmal muss Schluss sein und unter großem Wehklagen werden Prinzenpaar und natürlich auch der Karneval beim Saalausmarsch von der - noch immer - närrischen Schar verabschiedet.

Am Aschermittwochmorgen ziehen die Eiersammler durch die Blankenheimer Haushalte.

Der Eiersammler

Zum Abend ist es natürlich Pflicht, sich im Gottesdienst das "Aschenkreuz", welches an die Vergänglichkeit alles Irdischen erinnern soll, "abzuholen".

Bis in die 50er Jahre fand am Aschermittwoch ebenfalls das Heringsessen statt, bei dem der Rechenschaftsbericht über die abgelaufene Session vorgetragen und der Vorstand mit Elferrat neu gewählt wurde. Die Jecken Böhnchen bekamen das ihnen zustehende "Lappengeld" (Geld für die abgelaufenen Schuhsohlen).

Heute findet das Heringsessen am Samstag nach Karneval statt. Dort wird vom Präsidenten ein Rückblick über die vergangenen Karnevalstage gehalten. (Einer alten Tradition entsprechend, wird das Heringsessen den Mitgliedern des Karnevalsvereins kostenlos serviert.)

Rechenschafts- und Kassenbericht sowie die Wahlen zu Vorstand und Elferrat finden heutzutage nach der Abrechnung, einige Wochen später statt.

bullet

nächste Seite

Zusammenstellung: Wolfgang Doppelfeld, Dr. Thomas Bons

1992/2001

Infos und Anfragen:

karneval@blankenheim-info.de

 

Home ] Vorstellung ] Chronik ] Karnevalsverein ] Karnevalsbrauchtum ] Geisterzug ] Pressearchiv ] Termine ] Kirmes ] Mundart ] Karnevalsmuseum ] Prinzen der Neuzeit ] Orden ] Spassiges ]