398 Jahre Karneval in Blankenheim

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Pressebericht 4

Obergeist: nicht vom Pferd gefallen, aber die Flügel vergessen



VON JOHANNES PUDERBACH, 10.02.02

Zu einer äußerst feuchten Angelegenheit wurde der Geisterzug in Blankenheim.

Blankenheim - Der Geisterzug durch die dunklen Gassen hat in Blankenheim zwar schon eine jahrhundertealte Tradition. Doch trotz aller Routine überfällt Aktive und Organisatoren vor dem Start des Höllenspektakels immer noch eine fieberhafte Nervosität. Dabei gilt die Sorge dem Prinzen, der als Obergeist hoch zu Roß der Geisterschar voranreitet. Doch in diesem Jahr konnte Prinz Hermann-Josef I. alle Narren beruhigen: „Mancher wartet zwar darauf, dass ich vom Pferd falle, aber diesen Gefallen werde ich Euch nicht tun.“ Hermann-Josef ist nämlich ein geübter Reiter, der im Urlaub regelmäßig im Sattel sitzt. So galten die Sorgen am Samstag dem Wetter: Den ganzen Tag über hatte es rund um die Ahrquelle heftig geregnet und gestürmt. „Wir haben bei den Geisterzügen zwar schon viel mitgemacht, von Schneefall bis zu klirrender Kälte, aber an einen solchen Regen kann ich mich nicht erinnern“, meinte Hubertus Helmig, der Vorsitzende des Karnevalsvereins.

Dennoch hatten sich wieder einige hundert Geister und Zuschauer eingefunden. So mancher Geist hatte einige Tricks auf Lager, um seine Haut wenigstens halbwegs trocken zu halten. So trugen die beiden Pagen Helmut Reetz und Helmut Körtgen eine durchsichtige Plastikfolie unter ihrem Bettlaken. Laut den strengen Bekleidungsvorschriften, die seit dem Mittelalter für alle Geister gelten, ist das Tragen von Plastikfolien zwar nicht ausdrücklich erlaubt - aber anno 1613 war Kunststoff ja noch ein Fremdwort.

Als dann gegen 19 Uhr die Lichter im Ortskern erloschen und die Geister sich an ihren Startplatz begaben, prasselten auch noch dicke Graupeln vom Himmel. Zögerlich setzte sich der Zug in Bewegung. Als er die erste Biegung in der Ahrstraße absolviert hatte, konnten die Zuschauer den Grund für das ungewöhnliche Schneckentempo erkennen: Da saß der Obergeist doch tatsächlich ohne sein wichtigstes Utensil auf dem Pferd! In aller Aufregung hatte der Prinz vergessen, seine überdimensionalen Flügel anzuschnallen. Und das auch noch, kurz bevor die Live-Sendung im Fernsehen begann. Doch flugs kam ein Helfer mit dem monströsen Utensil angerannt, und schon saß der Prinz mit der korrekten Montur im Sattel.

Die Geister waren zwar nicht so zahlreich wie in den letzten Jahren erschienen. Doch auf ihrem Weg durch das Spalier der Regenschirme gaben sie sich alle Mühe, mit lautem Geschrei die Nässe zu vergessen und den Winter zu vertreiben. Ob sie das geschafft haben? Die kommenden Tage werden es zeigen.

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