398 Jahre Karneval in Blankenheim

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Geisterzug

Den Winter verscheucht


Von Bernhard Romanowski, 22.02.09, 16:08h, aktualisiert 22.02.09


Ein Bettlaken und eine Kordel genügen schon, um sich für den Geisterzug standesgemäß zu kleiden. Fester Bestandteil des Geisterzugs sind auch die Teufelsgestalt mit Dreizack und eine Horde wilder, langnasiger Hexen, die mit ihren Besen den Zugweg entlang fegen und nicht nur jüngeren Besuchern am Wegesrand oft einen gehörigen Schrecken einjagen.

Obergeist Prinz Stefan I. bremste sein Pferd vor dem Georgstor und ließ seiner Prinzessin Christiane, die am Torbogenfenster stand, ein „Bützjer per Luftpost“ zukommen. (Bild: Romanowski)
Blankenheim Es müsste doch fast schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich der Winter jetzt noch einmal blicken lässt. Denn zumindest den schaurigen Schergen der kalten Jahreszeit, den Winterdämonen, wurde am Samstag ordentlich eingeheizt. Der Geisterzug durch die mittelalterlichen Straßen und Gassen des Burgortes dürfte „Väterchen Frost & Co.“ wohl vollends den Rest gegeben haben. Der Winter hatte in den letzten Tagen ohnehin schon ziemlich klein beigegeben. Doch in Blankenheim geht man lieber auf Nummer sicher, denn auf ein Schneechaos wie noch vor gut zwei Wochen können die meisten Leute verzichten.
Pechfackeln feilgeboten


So sah man am Samstag bei Einbruch der Dunkelheit die ersten weiß gekleideten Gestalten Richtung Rathaus ziehen, wo Hunderte Zugteilnehmer sich für ihre Aufgabe als Winterbekämpfer „bewaffnen“ konnten. Die Mitglieder des Blankenheimer Karnevalsvereins boten dort Pechfackeln feil und gaben letzte Tipps für das standesgemäße Anlegen des Geisterkostüms. Beim Geisterzug gilt für die Teilnehmer: „Minimaler Aufwand bedeutet maximalen Spaß“. Denn mehr als ein weißes Bettlaken und Kordel braucht man von zu Hause nicht mitzubringen, um als karnevalistischer „Ghostbuster“ mitzuspringen. Mittels der Kordel wird das Laken am Kopf zu zwei Hörnern verschnürt. Wer will, kann sich auch das Gesicht weißeln - und schon kann es losgehen.
Damit die jecke Heerschar aber nicht kopflos durch den Ort marodiert, wird der Zug von einem Obergeist angeführt, der an seinen weißen Flügeln sowie daran zu erkennen ist, dass er dem Geistertross hoch zu Ross voranreitet. Dieses Amt ist dem jeweiligen Karnevalsprinzen in „Blangem“ vorbehalten. In diesem Jahr ritt Prinz Stefan I. (Meyer) dem Zug voraus und machte seine Sache sehr gut. Immer wieder warf er seine Arme zum Gruß der Geisterschar in die Luft. Das „zügellose“ Reiten wird ihm durch zwei Helfer ermöglicht, die das Pferd an der Leine führen und echte „Pferdeflüsterer“ zu sein scheinen. Denn es ist immer wieder verwunderlich, wie es ihnen gelingt, den Vierbeiner in dem Getümmel aus kreischenden „Geistern“, Pechfackeln und Blitzlichtgewittern der Fotografen ruhig zu halten.
Schaurig-schöne Klänge


Fester Bestandteil des Geisterzugs sind auch die Teufelsgestalt mit Dreizack und eine Horde wilder, langnasiger Hexen, die mit ihren Besen den Zugweg entlang fegen und nicht nur jüngeren Besuchern am Wegesrand oft einen gehörigen Schrecken einjagen. Schaurig-schöne Klänge steuerten am Samstag zudem der Musikverein aus Hüngersdorf und die Kapelle der Blankenheimer „Kaisergarde“ zu dem Treiben bei. Was im Übrigen keine leichte Sache ist, denn man muss schon ordentlich ins Horn stoßen, um gegen die Schreie der Springer anzuspielen.
Vom Rathaus führte der Zug wieder die Ahrstraße hoch durchs das Georgstor zum Ortsausgang und zurück mit einem Schlenker durch das Hirtentor hinauf zum Pfarrheim und schließlich an der Nepomuk-Figur nahe der Ahrquelle vorbei Richtung Weiherhalle. Dort fand im Anschluss an die Wintervertreibung der Geisterball statt. Wer sich bis dahin nicht beim Springen durch den Ort verausgabt hatte, konnte dort zu den Klängen der „Borsalino Dance Band“ das Tanzbein schwingen.

http://www.euskirchen-online.ksta.de/jeo/artikel.jsp?id=1233584072245

 

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